Teamtraining, Teamcoaching & Co. – alles dasselbe?

Jun 2020

Wenn bei mir Leistungen angefragt werden, geschieht das manchmal sehr konkret: „Wir brauchen eine Teamberatung für …“.

Im weiteren Gespräch analysieren wir dann Anliegen, Ziele und Wünsche. Und oft kommt am Ende etwas ganz Anderes heraus als die besagte Teamberatung.

Manchen Gesprächspartnern hilft es, sich mit den Unterschieden der Konzepte zu befassen. Das soll gar nicht akademisch-abgehoben erscheinen: Vielmehr bringt es Klarheit in das eigene Denken und hilft zu beschreiben, was man genau will.

Hier eine kurze Einordnung:

Teamtraining

Im Teamtraining wird WISSEN über Interaktionen im Team vermittelt. Dies wird auf die konkrete Situation eines Teams angewendet und an praktischen Beispielen geübt. Typische Themen für Trainings sind: Kommunikationstechniken, Konfliktmanagement, Entscheidungsfindungsprozesse etc. Ziel ist die Stärkung der sozialen Kompetenzen in Team.

Teamcoaching

Teamcoaching ist ein viel offener Prozess: Im Teamcoaching stehen Verhaltensweisen, Einstellungen und Dynamiken im Vordergrund. Das Team reflektiert seine Situation, formuliert Entwicklungsziele, erkennt seine Stärken und Schwächen, ändert bestehende Kommunikationsmuster etc. Aufgabe des Coachs ist auch, den Blick weg von den äußeren Umständen (zu wenig Zeit, zu wenig Personal…) und hin zu Möglichkeiten, Verantwortlichkeiten und Verhaltensweisen im Team selbst zu lenken. Es wird an der „INNEREN WELT“ der Teammitglieder gearbeitet (z. B. Haltungen und Denkweisen), damit das Team besser zusammenarbeiten kann.

Teambuilding

Teamcoaching setzt voraus, dass es überhaupt ein Team gibt und die Teammitglieder ein gemeinsames Ziel zusammen erreichen WOLLEN. Wenn hingegen das „Team“ bislang ein Sammelsurium aus unterschiedlichen Einzelinteressen ist, dann ist eher klassisches Teambuilding angesagt. Hier wird zunächst einmal der Zusammenhalt gestärkt und das Team „etabiert“.

Beratung

Manchmal KANN ein Team allerdings gar nicht selbstbestimmt als Team arbeiten. Dies z. B. weil es nicht genügend Freiräume hat, weil es Zielkonflikte gibt oder weil es noch keinerlei Erfahrung in Team- und Projektmanagement hat. Dann gilt es, in der Organisation zunächst die äußeren Bedingungen für eine Teambildung zu verbessern (Beratungsansatz) oder über konkrete Fachtrainings das Wissen zu erweitern.

Moderation

In anderen Settings geht es um reine Moderation von Teamprozessen: In Workshops und Gesprächen wird mittels Moderation der Austausch unter den Teilnehmern angeregt, um gemeinsame Lösungen zu finden und Projekte auf den Weg zu bringen. Moderiert werden Gespräche, Konflikte, unübersichtliche Situationen, Strategiemeetings, Innovationsworkshops etc. Moderation ist sehr umsetzungsorientiert. Am Ende gibt es immer einen Handlungsplan: Wer macht jetzt was bis wann?

Nur graue Theorie?

Die Übergänge zwischen den Formaten sind fließend. Trotzdem lohnt es sich, anhand dieser Erläuterungen offen zu prüfen, was das Team wirklich braucht, um besser arbeiten zu können. Im Zweifelsfall lohnt sich ein Workshop zur Teamanalyse, der einem Entwicklungsprozess vorgeschaltet werden kann.