Schein und Sein von guten Teams: Fehlentwicklungen erkennen und vermeiden

Jul 2020

Warum gute Zusammenarbeit auch Grenzen hat und wie Sie Fehlentwicklungen erkennen.

Konflikte reiben ein Team auf, behindern die sachliche Arbeit und vergiften die Atmosphäre – kein gutes Team!

Das heißt im Umkehrschluss aber nicht, dass fehlende Reibereien, Konflikte und Diskussionen auf ein gutes Team hindeuten!

Hier beschreibe ich drei Aspekte, auf die Sie gute Teams regelmäßig prüfen sollten:

Routine: Das Team ist stolz darauf, seit Jahren gut und eingespielt zusammen zu arbeiten. Man weiß, wie der Andere tickt und welche Situationen schwierig werden könnten. Achtung! Ein Team in seiner Komfortzone muss sich weder bewegen noch lernen. Zuviel Routine ist hinderlich, um neue Ideen zu entwickeln, auf notwendige Veränderungen zu reagieren oder einfach mal Dinge anders zu machen.

Es werden keine Fehler gemacht: Viele Teams sind stolz darauf, eine fehlerfreie Bilanz zu haben. Sorgfalt ist gut für das Ergebnis. Fehler zu vermeiden kann aber auch bedeuten, dass wenig ausprobiert, experimentiert und verändert wird. Fehler, die im Team sachlich ausgewertet werden, sind eine wichtige Quelle für Lernen und Weiterentwicklung.

Einer Meinung sein: Wenn die Dinge gut analysiert und schnell entschieden werden, spricht das für eine hohe Professionalität im Team. Es kann aber auch ganz anders sein! Es herrscht Harmonie, weil wenige Meinungsführer die Entscheidungen bestimmen und Andere sich nicht trauen, ihre Meinung zu äußern. Dieser gruppendynamische Prozess heißt „Group Think“ und ist gefährlich, da er die Vorteile von Teams aushebelt und kleine „Alleinherrschaften“ etablieren kann.

Fazit: Erfolgreiche Teams zeichnen sich durch gute Leistung und gute Zusammenarbeit aus. Ein „zu viel“ an Harmonie, Qualitätsstreben oder Routine kann ins Negative umschlagen.

Tipp: Checken Sie Ihr Erfolgsteam deshalb immer mal wieder auf Komfortzone, Fehlervermeidung und Group Think und steuern Sie ggf. dagegen:

Eine veränderte Zusammensetzung des Teams kann Routinen vermeiden und frischen Wind ins Denken bringen.

Schärfen Sie den Blick des Teams auf neue Entwicklungen, regen Sie neue Herangehensweisen an und sprechen Sie über Lessons Learned statt über Fehler.

Stärken Sie Feedback- und Kritikprozesse, hinterfragen Sie Meinungsführer und üben Sie im Team, Konflikte sachlich zu bewältigen.

Kommunizieren Sie den Wert von Feedback und Konflikten: Das Team lebt von der Unterschiedlichkeit seiner Teammitglieder. Und nur mit sachlichen Konflikt- und wertschätzenden Feedback-Prozessen gelingt es, die genannten Fehlentwicklungen zu vermeiden und als Team dauerhaft erfolgreich zu sein und sich weiter zu entwickeln.